Doublebee Maine Coon

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Doublebee Maine Coon Cats

Neue Gene braucht das Land!
© Marie Luise Hassbach

Wie alles begann

Es war einmal eine Pferdezüchterin, die sich entschloss, Maine Coons zu züchten. Sie kaufte sich einen prachtvollen Kater und zwei wunderschöne Katzen. Dann erwarb sie ein Stammbaumprogramm und hörte von einer Maine-Coon-Database in Schweden. Schnell hatte sie die Stammbäume ihrer Katzen bis zu den Foundations zurückverfolgt und war ENTSETZT: Sie fand heraus, dass alles auf sehr wenige Tiere zurückging, am häufigsten vertreten waren die sog. TOP-FIVE: Smokie Joe
of Whittemore, Dauphin de France of Tati Tan, Tatiana of Tati Tan, Andy Katt of Heidi Ho und Bridget Katt of Heidi Ho (vgl. Info-Box).
Mit diesen Tieren wurde z.T. eng gezüchtet, z. T. wurden ihre Nachkommen eng verpaart. Noch dazu kommt, dass u. a. in Deutschland mit einigen Linien eng gezüchtet wurde und wird. Dass zu enge Verpaarungen negative Folgen z. B. für das Immunsystem haben können (nicht müssen!), wissen wir alle. Dass die Maine Coons in den letzten Jahren nicht gesünder geworden sind, wissen wir auch alle, zumindest alle diejenigen, die schon länger züchten, haben das beobachtet. Durch zu enge Verpaarungen, die immer wieder vorgenommen werden, kann es zu einer Verringerung der genetischen Vielfalt kommen mit daraus resultierenden Folgen für die Gesundheit des Nachwuchses.
Die logische Konsequenz lautete daher: Es muss ein Outcross her!
Nun suchte unsere Pferdezüchterin Unterstützung. Sie fand sie bei der Züchterin einer ihrer Katzen, die eigentlich schon beschlossen hatte, mit dem Züchten aufzuhören und bis auf eine eng gezogene Katze, ganz dicht an den Foundations, und einen Jungkater alle Tiere kastriert hatte. Gerade wegen dieser eng auf Heidi Ho gezogenen (gesunden) Katze reizte jene Züchterin die Arbeit mit Foundations.
Da die bereits existierenden Foundationlinien einen Tropfen auf den heißen Stein bedeuten und frei nach dem Motto: Es gibt nichts Gutes, außer man tut es, hieß das: auf nach Maine, um neue Foundations zu suchen. So begann das

Abenteuer Maine

Schon bei der Reiseplanung hatten wir Kontakt zu Beth Kus (Dirigo) aufgenommen, die versprach, uns behilflich zu sein. Viele Pläne wurden geschmiedet, Karten betrachtet, Reiserouten ausgearbeitet - doch dann kam alles ganz anders: Da über Boston ein Gewitter tobte, konnte unser Flieger erst mit Verspätung landen. Das Auschecken und Abholen des Mietwagens dauerte auch, so dass wir 2 Stunden später als erwartet aus Boston abfahren konnten. Es war schon dunkel. Alle Motels waren voll. So fuhren wir immer weiter in Richtung Maine - immer noch war nirgends ein Bett frei. Was wir bei unseren Planungen nicht berücksichtigt hatten: Es war Freitag und da wälzt sich im Sommer an jedem Freitag eine Autoschlange nach Maine - Vacationland (Urlaubsland). So kam es, dass wir unsere erste Nacht auf dem Parkplatz eines Motels verbrachten - im Auto! Dieser Parkplatz lag in der Nähe von Saco, nahe bei einem kilometerlangen Sandstrand. Diese Gegend wurde somit rein zufällig zum Ausgangspunkt unserer ersten Suchaktion, zumal wir ein gemütliches cottage mieten konnten bei einem sehr hilfsbereiten jungen Mann, der auch gegen Katzen im cottage nichts einzuwenden hatte.
Am nächsten Morgen erkundigten wir uns nach Gegenden mit Farmen, klapperten alle infrage kommenden Häuser ab und als wir schon aufgeben wollten, trafen wir eine Frau, die uns zu ihrer Tochter führen wollte, denn die habe longhaired kittens. So kamen wir nach Biddeford und in eine ziemlich heruntergekommene Gegend, in die wir normalerweise nie gefahren wären. Die Tochter hatte auch tatsächlich zwei kleine blacktabby-white Katerchen, die uns vor die Haustür gebracht wurden und uns erstaunlich gut gefielen. Auch die Eltern wurden geholt sowie die kleine Schwester (black-white). Vor lauter Aufregung vergaß ich völlig, die Kamera zu holen, um Fotos zu machen. Schnell entschieden wir uns für unseren Seemann. Wir konnten es kaum fassen: zwei Tage in Maine und schon der erste Foundation! Sollte die Suche wirklich so einfach sein?
Nein, das war sie natürlich nicht, denn die nächsten Suchaktionen verliefen erfolglos. Eines aber war bei unserer Recherche hochinteressant: Im Kontrast zu einem USA-Urlaub oder einer Reise zu Züchtern bekommt man ein ganz anderes Bild von dem Land und den Leuten. Sehr schnell war uns nämlich klar, dass wir Kitten nur auf Bauernhöfen finden oder bei Familien, denen eine Kastration zu teuer ist. Die kostet nämlich drüben für eine Katze $ 100.- Das bedeutete für uns, dass wir bei unserer Suche neben Höfen, von denen es in Maine immer weniger gibt, auch ziemlich viele Häuser aufsuchten, die eher heruntergekommen wirkten und in denen in denen die Bewohner im Gerümpel leben - anders kann man es nicht beschreiben.
Schließlich fuhren wir aufgrund einer Anzeige in eine ganz andere Gegend, nämlich nach Unity. Dort sollte es schwarze Kitten geben. Ein älterer Mann empfing uns in einem recht chaotischen Haushalt und sehr lieben, gepflegten und gut genährten Katzen. Die Kleinen sahen jedoch sehr nach Persermischling aus und als wir voll Stolz den sehr großen älteren Bruder vorgestellt bekamen, war für uns klar, dass diese Kitten nicht infrage kamen. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass es aber noch andere Babys in dieser Gegend gebe und so fuhren wir etwa 0,5 km die Straße entlang zur Iron-Farm. Dort wurden wir von einer netten jungen Frau und zwei Kindern begrüßt, die uns gerne ihre beiden kleinen tortie-white Kätzchen zeigten. Zur großen Freude des kleinen Jeremy Iron entschieden wir uns für Patches, so konnte er seinen besonderen Liebling behalten.
Von Mrs. Iron wurden wir noch zu einer anderen Familie geschickt, die Kitten hatte. Diese Familie lebte in einem heruntergekommenen mobilhome voller Gerümpel und die nicht sehr typvollen Babys hatten den Schnupfen. Das war nichts für uns.
Nach einem Besuch bei Beth Kus, die unsere Neuerwerbungen begutachtete, und einem herrlichen Urlaubstag am Strand von Ocean Parc zogen wir um in eine andere Gegend, nach Boothbay - einen malerisch gelegenen Ort mit sehr schönen Geschäften und mindestens einem sehr guten Restaurant (nicht ganz unwichtig, denn nur von Hamburgern kann man nicht leben).
Von Boothbay aus fuhren wir wieder in die Umgebung auf der Suche nach Kitten. So waren wir hocherfreut, als uns eine ältere Dame gestattete, nach ihren auf dem Grundstück halbwild herumlaufenden Katzen zu schauen. Schnell erkannten wir eine typvolle schwarz-weiße Kätzin und ein hübsches blue tabby Jungtier. Mit Trockenfutter und Leckerbissen gelang es uns, den Kleinen einzufangen - nicht ohne heftige Gegenwehr! Dabei stellte sich schnell heraus, dass es ein Kater war, und dafür war er zu klein und zu alt - er hatte zu lange in der Freiheit gelebt, um hier in ein Haus gesperrt zu werden. Trotz Freigehege hätte er wahrscheinlich seine Probleme gehabt.
In Camden schien es meine Traumkatze zu geben: eine schwarze Polydactyl! Leider waren die an sich typvollen Kerlchen so verfloht und hatten zudem dubiose kahle Stellen im Fell, dass wir verzichteten. Leicht gemacht wurde dieser Verzicht durch die Tatsache, dass sie aus einer Poly-Poly-Verpaarung stammten und daher zu viele "extra-toes" aufwiesen.
Schon dachten wir, wir müssten mit nur zwei Katzen die Heimreise antreten, da fanden wir in der letzten Woche in Wiscasset das Hexenkind (black) und in Dresden Sunnyside Up (tortie-white). Eigentlich hätten wir statt Sunny lieber noch ein schwarzes oder ein blacktabby Mädchen genommen, doch letztere waren erstaunlicherweise ausgesprochen selten. Blacktabby-Kitten haben wir außer Seemann und seinem Bruder überhaupt nicht gesehen! Es war sehr auffällig, dass es foundation cats überwiegend in den Farben red, calico und black gab. Eigentlich sollte man doch meinen, dass sich das agouti-Gen durchsetzt, doch offensichtlich war das Gegenteil der Fall.
So machten wir uns nach 3 Wochen Maine mit 4 Foundations auf die Heimreise. Schon vorher hatten wir uns intensiv mit der Frage befasst:

WIE ZÜCHTET MAN SERIÖS MIT FOUNDATIONS??

Natürlich kann man hingehen und die Foundation mit einer guten und vor allen Dingen gesunden Pedigree-Katze, deren Linien man sehr genau kennt, verpaaren. Dann muss man anschließend Rückkreuzungen vornehmen, um unerwünschte Gene (Maskenfaktor, Missbildungen) auszuschließen. Sollte sich herausstellen, dass eine unserer coon cats aus Maine unerwünschte Gene trägt, müssen wir sie kastrieren lassen.
So ist es geplant, das Hexenkind von TommYboY decken zu lassen, einem blacksilvertabby-white Kater, der nonagouti und Verdünnung trägt und dessen Mutter noch fast rein Heidi Ho gezogen ist. Ein Sohn soll dann im darauffolgenden Jahr auf seine Mutter zurückgekreuzt werden.
Unsere beiden anderen Foundationmädels, Sunny und Patches, sollen von Seemann gedeckt werden. Aus beiden Würfen werden jeweils ein Kater und eine Katze behalten, die dann in einer Vollgeschwisterverpaarung für den 1. Test sorgen, außerdem werden die Mütter (Sunny und Patty) von den Söhnen gedeckt.
Für unseren einzigen Kater (Seemann) haben wir uns ein besonderes Testprogramm ausgedacht, um bei ihm, da er ja für mehr Nachwuchs sorgen wird als ein Mädchen, auf Nummer sicher zu gehen: Außer in den obengenannten Vollgeschwisterverpaarungen soll er durch mindestens 2 Rückkreuzungen (Vater/Tochter) getestet werden. Er soll nämlich auch noch 2 Katzen aus der Heidi-Ho-Linie decken. Somit werden seine Vererberqualitäten gleich doppelt überprüft: Zum einen können wir den Typ seiner Nachkommen besser beurteilen und zum anderen hoffen wir zu erfahren, dass er keine unerwünschten Gene weitergibt.
Zwei seiner Töchter sollen dann im folgenden Jahr auf ihn zurückgekreuzt werden.

Die große Schwierigkeit bei diesem Vorhaben besteht darin, dass in den ersten beiden Jahren sehr viele Kitten geboren werden, für die ein guter Liebhaberplatz gesucht werden muss. Um zu verhindern, dass ein unseriöser Züchter billig an eine nicht ausreichend getestete Foundation mit unserem Namen gelangt, werden die Jungtiere nur kastriert abgegeben.
Anders als bei anderen Foundationlinien wollen wir nach Abschluss der Testphase nicht mit den sehr eng gezogenen Tieren aus den Vater/Tochter -, Mutter/Sohn- und Vollgeschwisterverpaarungen arbeiten, da dadurch schon wieder der Genpool eingeengt würde. Wir beabsichtigen, mit unseren Foundations und ihren Kindern aus Foundation/Foundation und Foundation/Pedigree- Verpaarung weiterzuzüchten.

Ein Wort in eigener Sache zum Schluss: Viele Züchter, die diese Zeilen lesen, würden vielleicht einen anderen Weg als den von uns geplanten einschlagen. Wir haben uns in Absprache mit amerikanischen Foundationzüchtern für diesen Weg entschieden - und es ist kein leichter Weg. Für Anregungen, sachliche Kritik und Unterstützung sind wir jederzeit offen.

Einige häufig gestellte Fragen:

Wie teuer waren die Foundations?
Wenn man die Kosten für Flug, Mietwagen, Aufenthalt und Suche sowie Tierarztkosten (sehr hoch!) zu dem Kaufpreis dazu rechnet, kostet eine Foundation mindestens so viel wie eine US-Katze (show quality) mit Stammbaum. Rechnet man die oben beschriebene Testphase dazu, ist das Züchten mit Foundations wesentlich teurer als mit Katzen aus Showlinien.
Sind die Foundations sehr wild?
Sie sind lebhafte, sehr liebenswerte und anhängliche Katzen - richtige Maine Coons eben. Alle vier haben unterschiedliche Charaktere, sind aber gleichermaßen liebenswert, offen und unbefangen. Mit allen anderen Katzen vertragen sie sich ausgezeichnet. Wir sind sehr gespannt, wie sie sich als Mütter verhalten.
Wann gibt es die ersten Nachkommen?
Die ersten Kitten werden hoffentlich Mitte/Ende 2000 geboren, zu haben sind dann nur kastrierte Liebhabertiere. Nach Abschluss der Testverpaarungen werden die ersten Katzen in die Zucht abgegeben.
Warum wollen Sie eine neue Foundationlinie aufbauen?
a) Durch die Modetrends in Europa wird es zunehmend schwieriger, einen gesunden outcross zu finden, um auch in Zukunft mit gutem Gewissen zu züchten.
b) Wir wollen mit tatsächlichem outcross züchten - schöne Maine Coons haben wir mittlerweile in Deutschland genug, jetzt ist die Gesundheit oberstes Zuchtziel . Mit der Foundationzucht einhergehen sollte eine Überprüfung aller Zuchttiere auf HD, HCM, PKD und Eosinophilie. Züchten heißt Selektieren (Auslesen) und man sollte wirklich nur mit den besten und gesündesten Tieren arbeiten!
c) Natürlich ist es auch total interessant, Zuchtpläne zu erstellen, um den Typ der Foundations zu verbessern, denn dass sie noch keine super Show-Quality besitzen, dürfte jedem, der die Geschichte der Maine Coon verfolgt hat, klar sein. Dass man aber relativ schnell sehr gute Tiere züchten kann, haben andere schon bewiesen.


INFOBOX

Wie oft tauchen die TOP-FIVE-Kater in unseren Ahnentafeln auf? Nehmen wir als Beispiel einige für Deutschland relevante Vererber:
Hillside Mr.Spock of Willowplace: Andy Katt of Heidi Ho: 78 mal
Dauphin de France of Tati Tan: 76 mal
Smokie Joe of Whittemore: 197 mal

MtKittery Arapahoe of Tara: Andy Katt: 19
Dauphin de France: 11
Smokie Joe: 32

  1. Charmeur vom Schindetal: Andy Katt: 27
    Dauphin de France: 42
    Smokie Joe: 87

Coonmora Red Flash (als Beispiel für einen US-Import, der in den ersten 5 Generationen keine Inzucht aufweist )

1) Andy Katt: 194
Dauphin de France: 213
Smokie Joe: 549

1) alternativer Text ohne Namensnennung: Als letztes Beispiel nehmen wir einen US-Import-Kater aus renommierter Zucht, der in den letzten 5 Generationen keine Inzucht aufweist:


Recherche: Maria Brook Blaut

Adresse der Maine Coon Database in Schweden:http://www.tdb.uu.se/cgi-bin/MCO